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Verwendung:
Ehemals Hütehund auf den Bauernhöfen, heute Familienhund, Hundesport geeignet
Klassifikation:
Treibende und Befehle ausführender Schäferhund
Kurzer Historischer Abriss:
Zu jenem Zeitpunkt als die Phönizier noch einfache Hirten waren, nutzten sie einen wendigen, unerschrockenen, mutigen und klugen Hund, der keine Angst vor Höhen haben durfte. Sie züchteten einen Arbeitshund, indem sie die hellen, kurzhaarigen kippohrigen Hunde der Ebene (schnell, wendig, einfühlsam) mit den dunkleren, langhaarigen, stehohrigen Hunden des Gebirges (ausdauernd, schwindelfrei, mutig) mischten und daraus nach und nach den Phönizischen Schäferhund schufen.
Zuchtziel war ein kleiner , eher dunkler Hütehund, der schnell und ausdauernd war, mit wenig Futter und kaum Pflege auskam, robust und widerstandsfähig war, sich unterordnen, aber auch selbstständig handeln konnte, und nicht zuletzt musste er auch eine gewisse Intelligenz mitbringen.
Seit der damaligen Zeit hat sich das Aussehen und wahrscheinlich auch das Wesen des Phönizischen Schäferhundes nicht wesentlich verändert. Diese Hütehunde waren optimal für die Arbeit im Gebirge angepasst.
Die Römer verbreiteten den Phönizischen Schäferhund in alle Provinzen ihres Reiches.
Mit dem Untergang des Römischen Reiches waren die Hunde in alle Winde zerstreut und gingen in den einheimischen Hütehundzuchten auf. Nur ein Rest der ehemals großen Zahl dieser Hunde konnte sich erhalten, und zwar in den abgelegenen Bergtälern Norditaliens, Frankreichs, der Schweiz, Tirols und Österreichs. Dieses sind die Alpenhütehunde, wie wir sie heute kennen. Eng verwandt mit ihnen sind der „Berger des pyrenees a face rase“, der „Mudi“ und der „Österreichische Pinscher“.
Die Hütehunde hatten damals keinen eigenen richtigen Namen. Hier hießen sie so, da hießen sie so und manchmal nannte man sie einfach “Hund des Hirten” oder ähnlich. Sie waren reine Gebrauchshunde und eine Rassehundezucht in unserem modernen Sinne gab es damals noch nicht.
Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts geht die Zahl der Alpenhütehunde immer mehr zurück. Mit zunehmender Industrialisierung und Erschließung des gesamten Alpenraumes wurden auch die Schafs- und Rinderherden deutlich weniger.
Die Zukunft dieser Hütehunde ist der Familienhund, der aber trotzdem sportlich und intelligent ist, verschiedenste Einsatzmöglichkeiten auszufüllen.
1988 wurde der erste Wurf der Rasse Alpenhütehund in Deutschland registriert.
1994 erfolgte die offizielle Anerkennung des Alpenhütehundes durch den Weltverband der IKU und die Erstellung eines verbindlichen Standards.
2003 wurde in Haltern am See der „Alpenhütehunde Club Deutschland“ gegründet, dessen Bestreben der Erhalt und die Förderung der Rasse Alpenhütehund ist, sowie die nationale und später auch internationale Anerkennung als Rasse durch VDH und FCI.
Allgemeines Erscheinungsbild:
Der Alpenhütehund ist ein mittelgroßer, temperamentvoller, kurz- oder langstockhaariger Hütehund mit überdurchschnittlicher Intelligenz . Er gehört zur Gruppe der treibenden und Befehle ausführenden Schäferhunde.
Verhalten / Charakter (Wesen):
Ein kleiner, mutiger, sehr wendiger Hund, schlau, zur Initiative fähig. Er arbeitet, wenn er es einmal richtig gelernt hat, auch ohne direkten Kontakt zu seinem Hundeführer. Er ist sozial mit anderen Hunden egal welchen Geschlechts. Er ist schwindelfrei und ein gewandter Kletterer. Der Alpenhütehund ist seinen Menschen treu ergeben und verteidigt seine Menschen im Ernstfall durchaus. Er hat keinen deutlich angeborenen Hütetrieb, dieser muss erst geweckt und dann gelenkt werden.
Der Alpenhütehund hat eine geringe Affinität zu Wild, d.h. sein Jagdtrieb ist eher verkümmert.
Interesse besteht jedoch an Mäusen, anderen kleinen Nagetieren und ähnlichen Kleintieren (Maulwurf). Diese werden durchaus mit Eifer gefangen und teilweise auch vertilgt.
Kopf:
Fang und Schädel stehen im Verhältnis 1 : 1 zueinander . Der Fang verjüngt sich keilförmig, ist jedoch nicht lang und schmal. Der Nasenrücken ist gerade, der Stop mittel ausgeprägt. Die Lefzen liegen dem Gebiss fest an, nur beim Rüden ist ein leicht sichtbarer Mundwinkel gestattet. Die Lefzen sind in den Mundwinkeln gezackt, dies darf aber bei geschlossenem Fang nicht zu sehen sein. Das bleibende Gebiss ist deutlich kräftig und gesund. Es soll bei einem V1 -Hund vollständig sein. Gelegentlich fehlt ein Prämolar oder er ist doppelt. Dies soll geduldet werden. Das Gebiss schließt als Scherengebiss , Zangengebiss ist zulässig.
Die Nase ist leicht abgerundet und von schwarzer oder schokoladenbrauner Färbung. Eben solche Färbung weisen Lefzen und Augenlider auf. Wechselnase ist bei blonden Tieren zulässig. Merle-farbene Alpenhütehunde dürfen eine gescheckte Nase haben.
Die Augen sind mittelgroß, leicht dreieckig und mit wachem, freundlichem Ausdruck. Ihre Färbung ist dunkelbraun, nur bei blue-merle oder red-merle farbenen Tieren sind ganz oder teilweise blaue Augen gestattet. Vorrang hat auch hier das dunkle Auge. Die Augenlieder schließen fest, kein Ek- oder Entropium.
Die Ohren sind hoch angesetzt und mittelgroß. Es ist jede Form des Kippohres, sowie das ganz aufrechte Stehohr erlaubt. Der Ohransatz muss immer stehen und die Ohren müssen deutlich beweglich sein. Die Ohrspitzen sind abgerundet und nie spitz. Die Ohren müssen nicht symmetrisch sein, d.h. beides z.B. Stehohren. Verschiedene Ohrformen am gleichen Hund sind zulässig. Der Hals ist kräftig, mittellang, gut bemuskelt, aber immer ohne Wamme.
Rumpf und Rute:
Der Hund ist etwas länger als hoch. Der Rücken ist mittellang und gerade. Er darf nicht abfallen. Der Brustkorb ist groß, tief und rund, fast tonnenförmig; er macht fast 2/3 des Rumpfes aus. Der Bauch ist gut aufgezogen. Die Rute ist mitteldick, hoch angesetzt, immer leicht gebogen und kräftig dicht behaart.
Sie wird in der Ruhe hängend und in der Bewegung säbelförmig erhoben möglichst über der Rückenlinie getragen. Einige Tiere weisen noch eine urtümliche Ringelrute auf. Diese ist fast permanent auf dem Rücken gerollt. Beide Rutenformen sind gleichwertig, letztendliches Zuchtziel ist die Säbelrute.
Gliedmaßen
Die Vorderläufe sind gerade, der Unterarm ist lang und trocken bemuskelt. Die Fessel bildet mit der Waagerechten einen Winkel von 45 bis 55 Grad. Die Hinterläufe sind leicht steil gestellt, die Oberschenkel leicht gebogen, relativ breit und trocken. Die Oberschenkelmuskeln sind ausgeprägt. Die Sprunggelenke sind gut entwickelt. Die hinteren Fesseln sind steiler als die vorderen. Die Pfoten sind Hasenpfoten. Sie sind länglich, nicht ganz geschlossen und weisen eine starke Behaarung zwischen den Pfotenballen auf. Die Krallen sind deutlich kräftig und leicht gebogen, Pfotenballen elastisch und fest. Die Farbe der Krallen ist möglichst schwarz oder dunkelbraun. Helle Krallen nur gestattet bei weißen oder merle-farbenen Pfoten oder blonden Tieren.
Haut, Behaarung und Farbe
Die Haut ist grau bis hellgrau, nur die Haut weißer Fellpartien ist rosa. Blonde Hunde sollten eine hellgraue Haut haben. Der Gaumen ist schwarz bis schieferfarben, auch stark gefleckt oder dunkelbraunrot. Die Zunge ist rein rosa. Als Haarart ist nur Stockhaar gestattet, davon aber alle Varianten (Langstockhaar, Kurzstockhaar, Zwischenformen)
Das Deckhaar ist glänzend, in sich fest, in seiner Gesamtheit aber weich, auf keinen Fall aber seidig. Die Unterwolle ist matt, flusig und mittelmäßig vorhanden. Das Deckhaar ist immer fester und dunkler als die Unterwolle. Kopf, Fang und die Vorderseiten der Vorder- und Hinterläufe sind immer kurz, anliegend und dicht behaart. Die Rute ist dick und dicht, der Unterleib hingegen nur gering behaart. Das Fell ist in seiner Gesamtheit wasser- und schmutz- abweisend und nicht filzend. Fellwechsel ausgeprägt etwa zwei Wochen zwei Mal im Jahr, bei Hündinnen jeweils etwa 14 bis 16 Wochen nach der Hitze. Rüden haaren seltener ab. Welpenfellwechsel mit etwa 16 Wochen, Jugendfellwechsel etwa mit 8 bis 10 Monaten, endgültiges Fell erst nach dem zweiten Fellwechsel nach der Geschlechtsreife.
Zu den Standardfarben des Fells gehören :
- tiefes schwarzbraun, schwarz, schwarzgrau mit und ohne Flecken und Sprenkeln von roter, rötlicher oder beiger Tönung
- blue-merle ( gesprenkelt mit hellem bis dunklem grau auf schwarzer oder schwarzbrauner Grundfärbung )
- schokoladenbraun
- red-merle ( gesprenkelt mit heller farbenem rot bis rötlichgrau auf schokoladenfarbener Grundfärbung )
- alle Blondstufen vom hellsten weißblond bis dunklem rotblond .
Verdünnungsfarben können auftreten. Diese sind : blau, silbergrau, isabellfarben. Alpenhütehunde, die eine dieser Farben tragen, dürfen nur mit den Standardfarben verpaart werden.
Die Verpaarung merle-farbener und das Merle-Gen tragender Hunde unter- und miteinander ist verboten. Bei Unklarheiten muss zwingend ein DNA-Test durchgeführt werden.
Weiße Abzeichen sind an Brust, Hals, Bauch, Pfoten, Rutenspitze und am Kopf als Stern oder Blesse zugelassen, dürfen aber nur bis zu 1/3 des Fells betragen.
Tan - Abzeichen sind bei allen Farben gestattet und können mehr oder weniger stark ausgeprägt sein.
Größe
Ideal für beide Geschlechter 37 – 47 cm.
Geduldet (nicht ideal): Rüden 47 – 50 cm
Hündinnen 35 – 37 cm
Fortbewegung
Im Schritt : langsam, nicht trippelnd, Kopf dabei tiefer als bei den anderen Gangarten gehalten
Im Passgang : etwas schneller als der Schritt, der Hund läuft in seiner Gesamtheit leicht schräg
Im Trab : raumgreifend, leicht schwebend, Kopf erhoben
Im Galopp : weniger raumgreifend, aber sehr flink, typischer Arbeitsgalopp, kann daraus abrupt abbremsenund wenden.
Fehler:
Als Fehler sind grundsätzlich alle Abweichungen von obiger Beschreibung zu werten. Charakterfehler sind immer Zucht ausschließend.
Charakter und Verhalten haben im Zweifelsfall Vorrang vor körperlichen Werten !
Farbfehler:
Mehr als 1/3 weiß, schäferhundfarben (zobelfarben in jeglicher Form), blonde Hunde mit dunklen Haarspitzen, helle Hunde mit dunkler Maske, einfarbig weiß
Sonstige Fehler:
Angeborene Stummelrute, Einhodigkeit oder keine Hoden beim Rüden, kann nicht bellen.
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