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Ein älteres Ehepaar macht an einem schönen Frühlingstag einen Spaziergang durch die Felder in der Nähe ihrer Wohnung. Der Feldweg ist asphaltiert und die Felder am Weg esrand zeigen ihr erstes Grün. Man kann weit vorausschauen und so erblicken die Beiden ein Stück des Weges vor ihnen eine Frau, die dort mit mehreren Hunden ihnen entgegenkommt.
“Schau mal dort - fünf Hunde !” zeigt der Mann seiner Frau. Die Hundebesitzerin wirft einen Ball immer wieder und vier Hunde rennen und springen dem Ball hinterher. Teilweise rennen die Hunde auch ins Feld hinein, um den Ball wieder zu bekommen.
“Oh - oh.” der Mann ist skeptisch “Wenn da jetzt ein Hase losrennt, sind die Hunde hinterher.” Er hatte selber lange Jahre Hunde der verschiedensten Rassen und spricht aus Erfahrung.
Die Hundebesitzerin und das Ehepaar nähern sich. Etwa zehn Meter vor der Begegnung hebt die Hundebesitzerin ihre Hand und ruft den Hunden “Platz” zu. Mehr oder weniger schnell legen sich vier Hunde hin, Nummer fünf reagiert nicht und wird mit Handzeichen gestoppt.
“Oh - die hören aber gut” lobt der Mann die Hundefrau “aber der da (er zeigt auf den fünften) wohl nicht so”.
“Ja wissen Sie, diese Hündin wird in drei Wochen achtzehn Jahre alt und ist fast taub” erwidert die Hundefrau. “Sonst funktioniert bei ihr noch alles, sie geht ganz normal mit spazieren, nur das Hören hat sehr nachgelassen.”
Der Mann darauf : “Trotzdem können Sie stolz darauf sein, in dem hohen Alter noch einen so fitten Hund zu haben. Ich selber habe einige Hunde besessen und keiner ist so alt geworden. Mal was anderes : haben Sie keine Sorge, dass ihre Hun de mal hinter einem Hasen oder so hinterherjagen ?”
“Nein, meine Hunde sind absolut keine Jagdhunde, sie haben fast keinen Jagdtrieb, ich muss auch im Wald nicht aufpassen, dass sie in den Büschen verschwinden. Und falls wir mal was aus Versehen aufscheuchen, erschrecken sich meine Hunde genau so wie das Wild. Sollte trotzdem einer interessehalber hinterherziehen wollen, so reicht ein scharfes “nein”. Mir ist noch nie in den vergangenen zwanzig Jahren einer meiner Hunde weggelaufen.”
“Ja das kann ich fast nicht glauben. Wo haben Sie denn eigentlich ihre Hundeleinen ?”
“Oh - die habe ich im Auto vergessen. Da ich sie fast nie brauche, passiert mir das schon mal.”
“ Aber diese Hunde brauchen bestimmt sehr viel Auslauf, oder ?”
“Das ist wohl relativ. Ich bemühe mich, morgens eine Stunde und nachmittags eine Stunde zu gehen, aber oft müssen sich meine doch mit weniger am Tag zufrieden geben, d.h. etwa eineinhalb Stunden am Tag. Das kann man als viel oder als wenig bezeichnen, je nachdem.”
“Und im Haus ? Ich meine - fünf Hunde !”
“Die merken sie im Haus nicht. Die sind nicht hektisch oder nervig. Es sind ausgeglichene Hunde. Sie können auch furchtbar faul und pingelig sein : wenn es nachts regnet und sie sollen zum Pipi-machen noch mal raus, dann sträuben die sich. Und es sind Langschläfer.”
“Gibt es denn nie Streit unter den Hunden ? Oder mit anderen Hunden ? Ich musste bei meinen doch manches Mal aufpassen.”
“Innerhalb des Rud els gibt es nie richtigen Streit. Diese Hunde sind nicht dominant oder auf Machtstellungen aus. Zu anderen Hunden sind sie grundsätzlich friedlich, egal welche Sorte und welches Geschlecht.
“Und das Verhalten ihrer Hunde Ihnen gegenüber ? Sie sagen, Sie halten diese Sorte Hunde schon zwanzig Jahre. Noch nie Dominanzprobleme gehabt oder achten Sie besonders darauf ?”
“Es gibt bei diesen Hunden keine Dominanzprobleme. Meine Hunde dürfen auch auf dem Sofa liegen und sogar auf dem Bett. Trotzdem hat mich noch nie einer angeknurrt oder ähnliches. Ausserdem haben sie den “will to please” - den Willen zu gefallen und das ist seh r angenehm.”
“Und was ist mit bellen ?”
“Da diese Hunde ursprünglich einmal als treibende Hütehunde gezüchtet wurden, können sie durchaus ein lockeres Maul haben. Achtet man jedoch von klein auf darauf, ist auch das kein grösseres Problem. Ich wohne mit meiner Familie und den fünf Hunden in einer Reihenhaussiedlung . Aber wie gesagt, von Anfang an darauf achten.”
“Ich sehe, dass zwei Ihrer Hunde Stehohren haben, drei haben gekippte Ohren. Einer ist grau mit schwarzen Flecken, die anderen so schwarzbräunlich. Ausserdem haben zweie längeres Fell als die anderen. Ist das denn wirklich alles eine Rasse ?
“Ja, so ist es. Das Aussehen kann in einem gewissen Rahmen variieren, dafür wird bei der Zuchtzulassung konsequent auf Gesundheit und rassetypisches Wesen geachtet”
“Das scheint ja eine Hütehundrasse zu sein. Aber von denen hört man doch oft, dass diese Hunde sehr viel Beschäftigung brauchen. Sie brauchen Arbeit. Und ohne Arbeit entwickeln sie Neurosen und Problemverhalten. Oder irre ich mich da ?”
“Nein, Sie irren nicht. Hütehunde sind in der Regel Hochleistungshunde, die arbeiten müssen. Nur - diese Rasse hier ist altmodisch. Sie ist nie auf hohe Leistung gezüc htet worden und ist deshalb auch fast ausgestorben. Diese Rasse muss nicht arbeiten.”
“Und was ist das denn nun für eine Rasse ?”
“Das sind ALPENHÜTEHUNDE . Ich kenne mittlerweile wirklich viele Hunderassen und ich persönlich würde nie eine andere Rasse wählen.”
In diesem Sinne
Christiane Raßmanns
1. Vorsitzende des ACD e.V. und die Hundefrau aus der obigen Geschichte

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