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Einmal noch können wir den Alpenhütehund in einem historischen Werk antreffen, im Stundenbuch des Herzogs
von Berry.
Jener Mann war der dritte Sohn König Johann II. von Frankreich und lebte von
1340 bis 1416. Sein Herzogtum lag im mittleren Frankreich und war weit vorher um 52 v.Chr.
römische Provinz. Der Herzog von Berry war ein großer Kunstmäzen und Bibliophile und in seinem Auftrag entstand das Stundenbuch, an dem mehrere Künstler tätig waren.
Hier finden wir auf zwei künstlerischen Bildern unseren Alpenhütehund wieder.
Das erste Bild zeigt, wie Engel den Hirten die Geburt Jesu verkünden.
Drei Schafhirten schauen staunend zu den Engeln empor, während ihre weißen und schwarzen Schafe friedlich weiden. Den Männern zu Füss en liegt ein Hütehund. Er ist klein, langhaarig, kippohrig und von schwarzer Farbe
mit weißen Flecken (Melierung ?). Eindeutig ein Alpenhütehund. Keine der französischen Schäferhundrassen sieht nur annähernd so aus. Der Maler hat unbewusst (bewusst ?) eine
vielleicht authentische Situation wieder gegeben. Denn zur Zeit der Geburt Jesu waren Alpenhütehunde, pardon natürlich Phönizische Schäferhunde auch in Palästina bekannt und
verbreitet. Phönizien hat ja nur etwas nordwestlich an der Küste gelegen. Es kann deswegen gut möglich gewesen sein, dass neben den Hirten und Schafen auch ein Phönizischer Schäferhund an der Krippe stand.
Das zweite Bild zeigt die Begegnung der Heiligen Drei Könige.
Kaspar, Melchior und Balthasar treffen aufeinander, um gemeinsam zur Krippe zu ziehen.In der Gefolgschaft des Balthasar befinden sich zwei zahme Wildkatzen (es scheinen Geparde zu sein) und ein
langhaariger, dunkler Phönizischer Schäferhund.
Seine Pose ist der des Hundes auf dem römischen Mosaik sehr ähnlich.
Die Frage stellt sich nun, warum der Maler auf einem so königlichen, prunkvollen Bild einen einfachen Hütehund
abbildet. Ein Hütehund war kein königlicher Hund - das waren nur Jagd- und Windhunde und auch die Schoßhunde der Damen. Der Hütehund war der Hund
einfacher Bauern und Hirten und aus diesem Grunde auch nicht wert, gemalt zu werden. Dieser Maler hier tat es aber doch. Vielleicht sollte dieses
Bild (welches auch sonst voller Symbole steckt) zeigen, dass man wusste oder annahm, der Hütehund dieser Rasse stammte ursprünglich aus dem fernen
Morgenland (deswegen vielleicht auch die Geparden auf dem Bild).
Wie es nun auch sei, der Hund war es Wert gewesen, auf dem Gemälde verewigt zu
werden. Eine Ehre, die nur selten einem Hütehund zu Teil wurde.
Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts geht die Zahl der Alpenhütehunde immer mehr
zurück. Mit zunehmender Industrialisierung und Erschließung des gesamten Alpenraumes wurden auch die Schafs- und Rinderherden deutlich weniger.
Die Almwirtschaft veränderte sich in manchen Gegenden und moderne
Hochleistungsrassen wie vor allem der Border Collie machen den Alpenhütehund brotlos und lassen ihn durch Kreuzung mit solchen Hunden immer mehr verwischen.
Schon heute ist doch überhaupt der Almhirte mit Hund(en) und Herde ein seltener Anblick.
Die Zukunft des Alpenhütehundes liegt nicht mehr in den Alpen. Als Arbeitshund wird er dort bald sehr selten sein.
Die Zukunft ist der Familienhund, der aber trotzdem sportlich und intelligent ist, verschiedenste
Einsatzmöglichkeiten auszufüllen.
Und die Zukunft begann in Deutschland. In der Stadt Haltern, wo um 9 n.Chr. die Römer einen kleinen
bronzenen Hütehund zurück ließen, wurde am 22.5.1988 der erste deutsche Wurf der Rasse Alpenhütehund registriert.
Damit begann die planmäßige und verantwortungsvolle Zucht nach heutigen Maßstäben
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